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A 72: Teilstück Niederfrohna und Rathendorf dem Verkehr übergeben

American Government Special Collections Reference Desk

A 72: Teilstück Niederfrohna und Rathendorf dem Verkehr übergeben

Wikinews
December 22, 2011


Niederfrohna (Deutschland), 22.12.2011 – Am heutigen Tag ist ein weiteres Teilstück der deutschen A 72 zwischen Niederfrohna und Rathendorf dem Verkehr übergeben worden. Bei den knapp 23 Kilometern handelt es sich um den letzten Teilabschnitt im Verantwortungsbereich des Direktionsbezirks Chemnitz. Damit sind insgesamt 60 Kilometer der Neubautrasse Chemnitz – Leipzig in Betrieb.

Feierliche Eröffnung

Die feierliche Eröffnung fand am Vormittag des 22.12.2011 im Beisein des sächsischen Verkehrsministers Sven Morlok und des parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesverkehrsministerium, Jan Mücke (FDP) statt. Seit ca. 13:30 Uhr ist die Bundesautobahn 72 für den Verkehr freigegeben. Zu dem Autobahnabschnitt gehören unter anderem eine 710 Meter lange Brücke über die Zwickauer Mulde bei Penig und eine 373 Meter lange Brücke über das Lochmühlental. Die Kosten für diesen Abschnitt betrugen laut sächsischem Verkehrsministerium knapp 128 Millionen Euro.

Fertigstellung der Gesamtstrecke weiterhin offen

Die Fertigstellung des ca. 550 Millionen Euro teuren Gesamtstreckenabschnittes zwischen Chemnitz und Leipzig ist weiter ungewiss. Bei Baubeginn der Trasse im November 2003 hat der damalige Wirtschaftsminister Martin Gillo (CDU) die Fertigstellung bis Borna zur Fußball-WM 2006 in Aussicht gestellt. Solange sich Leipzig für die Olympischen Sommerspiele 2012 bewarb, setzte sich auch der damalige Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) für die Fertigstellung ein.

Im Jahr 2012 soll der Abschnitt von Rochlitz nach Borna-Süd fertiggestellt werden. Die Arbeiten im Raum Leipzig zeigen indes kaum Fortschritte. Lediglich die Ortsumgehung Borna konnte 2006 dem Verkehr übergeben werden.

Der Abschnitt Borna – Rötha ist im Investitionsrahmenplan bis 2015 als „prioritäres Vorhaben“ verzeichnet, finanziell abgesichert ist dieses Vorhaben indes nicht. Der weitere Abschnitt bis zur A 38 ist in diesem Plan gar nicht aufgeführt. Das Bundesverkehrsministerium gab bekannt, dass sich die Abschnitte zwischen der Anschlussstelle Borna-Nord und dem Autobahnkreuz Leipzig-Süd (A 38/A 72) im Planfeststellungsverfahren befinden und daher keine Aussagen über den Baubeginn oder die Verkehrsfreigabe getroffen werden können.

Auf absehbare Zeit müssen die Verkehrsteilnehmer weiterhin die nur zweistreifig ausgebaute Bundesstraße 95 benutzen. Damit bleibt die Verbindung Chemnitz – Leipzig die schlechtest ausgebaute Verbindung zwischen zwei Oberzentren in Deutschland.

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